Bewusster wahrnehmen, statt automatisch zu reagieren

Aktualisiert: 18. Feb.


Neulich im Coaching hab ich folgendes gehört:


Da kommt eine unangenehme Situation auf mich zu und ich reagiere im Automatikmodus. So wie immer.

Schließlich bin ich charakterlich so gestrickt.

Ich kann gar nicht anders, das ist mein Temperament.



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Ist das wirklich so? Können wir aufgrund unserer Charakterstruktur, Traumata und Biografie nur auf eine bestimmte Art und Weise reagieren?

Ja und Nein.

Das ist eine Frage, wie bewusst wir uns selbst gegenüber sind.

Wie selbst-bewusst wir sind.

Damit meine ich nicht selbstsicher, sondern bewusst:


  • Kenne ich meine Trigger?

  • Weiß ich, warum ich mich in bestimmten Situationen zurückziehe/wütend werde/in den Angriff gehe/mich verteidige etc.

  • Habe ich mich mit meinen Kindheitstraumata beschäftigt, die mir Aufschluss über mein Leben geben?

  • Praktiziere ich Achtsamkeitsübungen, um meine Innenwelt kennenzulernen?

  • Nehme ich meine Bedürfnisse wahr?

  • Kann ich spüren, wo meine Grenzen verlaufen und achte diese?


In zwischenmenschlichen Situationen fühlen wir oft, reagieren zu müssen.

Unser Gehirn greift dann auf Bekanntes zurück. Weil’s sicher ist.

Oft fühlt sich das an wie ein Automatikmodus. Der ist nicht schlecht oder falsch.

Er ist un-bewusst.

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Stelle es dir vor wie Autofahren.

Nach vielen Jahren auf der Straße denkst du nicht mehr drüber nach, wann du blinkst oder einen nächsten Gang einlegst. Diese Vorgänge sind längst im Unterbewusstsein gespeichert.

Sicher kennst du auch diese Momente wenn du in Gedanken bist und dein Körper ganz automatisch übernimmt und Auto fährt.


So ist das auch im Alltag.


Was passiert, wenn man bewusster sein möchte?

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Autofahren.

Du könntest du beginnen, ganz achtsam Auto zu fahren, statt im Automatikmodus.


Dir den besten Zeitpunkt wählen, wann du in den nächsten Gang schalten willst.

Alle Spiegel beim Fahren benutzen und den Schulterblick beim Abbiegen. Dir vorher überlegen, dass du abbiegst und welche Schritte jetzt kommen.


Klingt anstrengend.

Ist es anfangs auch.

Schnell wirst du dadurch aber feststellen, dass manche Dinge flüssiger gehen.

Du präsenter bist.

Weniger abschweifst.

Seltener unachtsame Fehler machst.


Vor allem aber werden dir kleine, subtile Details auffallen. Die dir nur auffallen, wenn du bewusst sein möchtest.


Ganz gleich verhält sich das auch im Alltag mit unserem Bewusstsein.

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Das Tor zu mehr Bewusstsein ist Achtsamkeit, Selbstbeobachtung und gaaaaanz viel Übung.

  • Bewusst atmen

  • Den Körper wahrnehmen

  • nach innen lauschen

  • Meditation

  • Naturbeobachtungen

  • Bewusstes Laufen und gehen


Wir können uns entscheiden.

Immer wieder.

Für wenige Minuten in die bewusste Wahrnehmung zu gehen und einen inneren Raum eröffnen.


Bist du aufgespannt oder eng?

Wenn wir unbewusst durch den Alltag navigieren, sind wir meist eng. Unser Gehirn geht auf Energiesparmodus, wir reagieren so wie immer, folgen unseren Impulsen und existieren.

Dieser Modus macht uns oft eng.

Wir reagieren, statt zu agieren.

Angst, Vermeidung, Impulsivität sind Treiber unseres Verhaltens.



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Je bewusster wir werden, desto aufgespannter können wir durch das Leben gehen:


  • Wahrnehmen was ist, ohne sofort zu bewerten

  • Gefühle aufsteigen fühlen, statt sich sofort mit ihnen zu identifizieren: Ich bin wütend vs Ich spüre eine Wut in mir aufsteigen

  • Zuhören und tiefere Fragen stellen, statt zu warten, bis man dran ist um die eigene Geschichte/Meinung zu sagen

  • Mitfühlen statt Mitleiden

  • Dinge nicht so persönlich nehmen, sondern zu wissen, dass sie Ausdruck des Bewusstseins meines Gegenübers sind

  • Die eigenen Verhaltensmuster zu beobachten (den Automatik-Modus kennenlernen)


Diese Dinge kennenzulernen und zu praktizieren ist der Kern von Persönlichkeitsentwicklung.

Es ist ein lebenslanger Prozess.

Eine kleine Warnung zur Bewusstseinspraxis möchte ich noch aussprechen:


Bewusster zu sein, heißt nicht, dass es einfacher wird.

Oft ist das Gegenteil der Fall.

Erst dann bemerken wir, wie unbewusst unser Umfeld kommuniziert und handelt.


“People go to therapy to cope with people who don’t“


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Unsere Welt braucht dringend mehr Bewusstheit.

Mehr Menschen, die sich der subtilen Welt von Emotionen, Energien und Bewusstsein hingeben.

So kann Wandel passieren.

Er beginnt immer bei uns.

Und strahlt dann in die Welt.



 

Wenn du lernen möchtest, bewusster zu werden, lade ich dich ein, mit mir dazu ins Gespräch zu kommen.


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