• Jule Fröhlich

Mindshine im Test: Per App zur geistigen Erfüllung?

Aktualisiert: Jan 9

Wo sich das Leben immer schneller dreht, wollen alle entschleunigen. Denn oft dreht sich die eigene kleine Welt um unwichtige Dinge - um Stressfaktoren im Job oder im Privatleben, um unbewusste Verletzungen aus der Vergangenheit oder um hartnäckige Zukunftsängste. Sich seiner Sorgen und Ängste zu stellen, war nie einfacher seit es das Smartphone gibt. Denn sogenannte Mindfulness-Apps versprechen einen frischen Anstrich für die Persönlichkeit, die Erreichung von Zielen und Träumen und eine Reduktion von Stress. Die App Mindshine bietet im Rahmen mehrerer Übungen und Langzeit-Coachings eine ganze Reihe an Selbstoptimierungsprodukten. Wir haben die App im Langzeit-Test unter die Lupe genommen und die Eigentherapie gewagt.


Mindshine im Test: Das Verlangen ist groß


Die Anzahl an Mindfullness-Apps im Google Play Store oder Apples App Store ist schier erschlagend. Eines haben die meisten Apps jedoch gemeinsam: Sie sind im vollen Funktionsumfang oft nur kostenpflichtig verfügbar. Über ein Abo-Modell können Nutzer meist alle Trainings, Meditationen oder Coachings täglich nutzen. Ein erfolgreiches Konzept: Weltweit stieg die Bereitschaft von Nutzern, Geld für Mindfullness-Apps auszugeben laut App-Analytiker von “AppAnnie” in den vergangenen Jahren enorm an. Damit steigt der Bedarf an geistiger Fülle, Erleuchtung, Eigentherapie und psychedelischen Erfahrungen auf natürliche Weise in der schnelllebigen und immer mehr bewusst werdenden Gesellschaft wohl ebenfalls an.


Die App Mindshine setzt genau hier an. Wer die App installiert, hat bereits kostenfreien Zugriff auf einige einige Übungen und Coachings. Dazu gehört ein vierwöchiger Mindshine Foundation Trainingsplan mit Grundlagen. Zusätzlich bietet das Mindshine-Team (für Android bereits jetzt und für iOS ab Februar) eine kostenlose zweiwöchige Testphase, bei der Nutzer den Premium-Zugang zu allen Inhalten bekommen und sich ein ausführliches Bild verschaffen können. Alle Inhalte sind dann im Abo verfügbar: Pro Jahr verlangt das deutsche Unternehmen dann 69,99 Euro; pro Monat werden 12,99 Euro fällig. Immer noch machen Smartphone-Nutzer bei solchen Abo-Preisen große Augen. Doch hinter Mindshine steckt nicht einfach eine zusammengeschusterte Applikation. Die Symbiose aus Smartphone-Anwendung und interaktivem Mental-Coaching ist stimmig. Somit erhalten Nutzer ein ausgeklügeltes Programm zum Abtrainieren von schlechten Gewohnheiten, Visualisieren von Zielen und Träumen, Atemübungen und täglichen Ritualen zur Stressreduktion und mehr Achtsamkeit.


Mindshine: Einfache Anwendung mit aufwendigem Hintergrundwissen


Den Inhalten fehlt es dabei nicht an Substanz und Praktikabilität. Neben über 150 kleinen Übungen wie

“Der volle Atemzug” zur Steigerung des Sauerstoffgehalts im Blut oder “Ein Traum wird wahr” zur Visualisierung von Träumen und Zielen, stehen 13 große Trainingspläne zur Verfügung, die, anders als die kurzlebigen Übungen, über mehrere Tage oder Wochen absolviert werden. Dazu gehören Pläne zur Steigerung des Fokus und Zeitmanagements, aber auch sehr tiefgehende Trainings, wie etwa “Sinnerfülltes Leben” oder “Lieb’ Dich selbst”. Der Inhaltsgehalt von Mindshine wird dem Namen der App gerecht und hat eine enorm attraktive Ausstrahlung für Selbstoptimierungs-und Harmonie-Suchtis wie mich.


Besonders positiv wird alten Hasen im Lebensratgeber-Business auch die inhaltliche Substanz der Übungen und Trainings auffallen. Zahlreiche Erkenntnisse aus Büchern oder universelle Gesetzmäßigkeiten finden sich in den Übungen und Coachings wieder, ohne extrem tief auf ihre Funktionsweise einzugehen oder "zauberhaft" esoterisch zu wirken. Daher eignet sich die App vor allem auch für Anfänger, die keine Lust auf Bibel-Dimensionen haben, um zum Ziel zu gelangen. So arbeitet die App beispielsweise mit den Vorzügen von Visualisierung, dem Gesetz der Anziehung, den Langzeiteffekten eines positiven Mindsets und anerkannten Atemtechniken. Im Großen und Ganzen macht die App hier einen sehr professionellen Eindruck.


Ich habe dennoch beim Mindshine-Team nachgehakt. Tatsächlich basieren die Inhalte von Mindshine auf Grundlage von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, mentalen Trainingstechniken und methodischen Coaching-Elementen, wie Community Managerin Linda Schuh im kurzen Interview verrät. Neben Quellen wie Internet, Bücher, Teilnahme an Trainings und anerkannten Methoden, würden neue Inhalte durch empirisches Testen in Trainings und Coachings beziehungsweise mit Studien an Universitäten validiert. Sobald dieser Prozess abgeschlossen sei, würden die Inhalte in das App-Format umgewandelt. “Dabei ist es für uns wichtig, dass wir uns den Bedürfnissen der Community anpassen und zielgerichtete Inhalte einbringen”, sagt Schuh.


Das gelingt dem in München ansässigen Team auch. Ende 2019 erlebten Nutzer von Mindshine

zudem ein Makeover der App mit zahlreichen neuen Inhalten. Um ein Jahresabo schmackhaft zu machen, ist das auch zwingend notwendig. Viele Übungen gehen ganz gezielt auf die kleinen großen mentalen Wehwehchen ein, die uns tagsüber benebeln und Nachts nicht schlafen lassen. Doch wie effektiv ist ein mehrwöchiger Trainingsplan in Mindshine wirklich?


Motivation muss vom Nutzer kommen


Trotz der intuitiven Bedienung der App und den hervorragend geführten “Sessions” mit proefessioneller einlullender Stimme steht man vor einer großen Herausforderung. Der innere Schweinehund tippt die Benachrichtigungen zur nächsten Übung liebend gerne weg. Danach ärgert man sich bis aufs Blut, denn sollte das Ziel nicht sein, sich endgültig mal Zeit für sich selbst und seine geistige Entwicklung zu nehmen? Immerhin ist bei den meisten Übungen die erste Session oft darauf ausgelegt, den Nutzer zunächst zum Weitermachen zu motivieren. Hier wird erklärt, was das Training am Ende der mehrwöchigen Trainingsphase erreicht haben soll und auch hier wird bereits mit der Visualisierung der Erreichung von Zielen gearbeitet.


Das reicht meiner Meinung nach nicht - aber eine Lösung habe ich auch nicht. Das liegt nicht an Mindshine selbst - ein wenig Selbstdisziplin muss jeder aufbringen. Von alleine geht es sich schließlich auch nicht ins Fitnessstudio - mentales Training ist nichts anderes, und ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass mentales Training härter als körperliches Training ist. Wir stellen uns unseren inneren Dämonen, kämpfen gegen Prokrastination, ein negatives Mindset und alte Verletzungen an. Das erfordert ein enormes Maß an Selbstreflexion und Überwindung. Wer wirklich bereit ist, sich zu verändern, kann beim Abo zuschlagen. Denn wie auch beim Meditieren, Durchführen von Atemübungen oder Achtsamkeitsübungen steht zuerst der Wille, es zu tun. Oft wirkt sich ein bereits abgeschlossenes Abo positiv darauf aus, Veränderungen anzugehen. Wobei zahlreiche Fitnessstudios besonders zum Jahreswechsel von Knebelverträgen profitieren - ab März kommt dann keiner mehr.


Tatsächlich überwiegt der Stolz, wenn nach vier Wochen das letzte Training abgeschlossen ist. Nach jedem

Trainingstag fühlte ich mich innerlich bereits gestärkt und motiviert, mehr zu erfahren von dem, was die Entwickler da für mich zusammengeschustert haben - eben bereits auf Basis meiner geliebten Lebensratgeber. Auch die kurzweiligen Übungen, beispielsweise die Morgen- oder Abendrituale habe ich als sehr erholsam und positiv empfunden. Die App erinnert nicht nur daran, am Morgen zunächst mal ein Glas Wasser zu trinken und einige Kniebeuge zu machen, sondern fordert auch dazu auf, anderen Menschen gezielt zu verzeihen und seinen Lieblingsmenschen eine schöne Nachricht für einen guten Start in den Tag zu schicken. Und das per Copy und Paste aus der App heraus - das ist großartig durchdacht.


Mindshine Fazit: Strahlender Verstand bei regelmäßiger Anwendung


Mindshine bietet komplexe Trainingspläne und Übungen an, die definitiv nicht nur dazu beitragen, ein “besserer” Mensch mit sich selbst zu werden, sondern auch den Umgang mit Kollegen und Familienmitgliedern und Freunden entspannter anzugehen. Tiefsitzende Traumata kann die App zwar nicht behandeln. Das sollte aber auch nicht der Anspruch sein. Man bekommt seine Wut in den Griff, eine Hilfestellung, seine Ziele zu erreichen und negative Charakterzüge zu überdenken und zu überwinden. Leichte depressive Verstimmungen können ebenfalls mit den Trainings angegangen werden. Die männliche Stimme, die durch die Sessions führt, ist zudem höchst angenehm und irritiert nicht; lenkt nicht von der eigentlichen Sache ab. Das ist viel wert. Keine seltsamen Atmer, dafür hier und da ein ansteckendes Gähnen zur tieferen Entspannung runden die Hör-Trainings mit viel Liebe zum Detail ab.


Wir konnten bei Mindshine einen Rabattcode für dich ergattern: Mit dem Code "tatsinn30" sparst du 30 Prozent. Hier kannst du den Code einlösen.


Übrigens: Ann-Carolin hat sich neulich bundesweit in Medien zum Thema Meditations-Apps geäußert. Ihren Senf dazu könnt ihr zum Beispiel bei der Süddeutschen Zeitung nachlesen.


Für diesen Artikel wurde uns ein Mindshine-Jahresabo vom Hersteller zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.


313 Ansichten
  • Black Facebook Icon
  • Black LinkedIn Icon