• Ann-Carolin

Impuls: Meine fünf Morgenroutinen (für faule Menschen)

Aktualisiert: 25. Jan 2019

Es vergeht keine Woche, an der man nicht zu hören bekommt, wie wichtig die ersten drei Stunden des Tages sind, was man alles in diese Zeit packen sollte und welchen Effekt Routinen auf unser Leben haben.

Als Kind waren Routinen zu Beginn und Ende des Tages mehr als selbstverständlich und strukturgebend, sie haben sich dann im Laufe meines Lebens mehr und mehr verabschiedet.

Seit einiger Zeit aber habe ich mir ein paar simple Routinen angewöhnt, die ich mit euch teilen möchte. Dabei bin ich ehrlich - von einem Tagesstart à la Tim Cook um 4:30 (auch am Wochenende) bin ich weit entfernt. Ich bin bekennend faul wahrscheinlich genau deshalb gerne effizient.

TO BEGIN, BEGIN. (William Wordsworth)

Faul zu sein ist kein Stigma


Faul zu sein ist in einer Leistungsgesellschaft wie wir sie vorfinden, in der sich viel und für manche alles darüber definiert, was man MACHT und nicht was man IST oder WIRD, ein frecher Standpunkt.

Ich kokettiere gerne mit dem Wort, denn schon früh habe ich gemerkt, dass Faulheit mir schnelle, effiziente und vor allem smarte Lösungen geschenkt hat.

Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch sehr fleißig sein kann - aber dazu zu stehen, dass man gerne Energie an der einen Seite spart, um mehr davon für andere Dinge aufzubringen, ist nunmal auch ein wenig faul und darf als Gegenbewegung zur Leistungsgesellschaft verstanden werden.

Wichtig ist am Ende des Tages auf Geleistetes zu schauen und das fühlt sich für mich immer dann rund an, wenn ich meine Energie gut verteilt habe und genug davon übrig habe, um mich meinem Leben fernab von Kalendern und To-Do-Listen zu widmen. Wenn du ähnlich tickst, könnten diese Routinen auch in dein Leben einziehen. Denn die meisten Deutschen haben Morgenroutinen, die zwar notwendig sind, aber kaum eine zahlt auf das Konto Weiterentwicklung, Gesundheit oder Stressbewältigung ein:


Die ersten drei Stunden nach dem Aufstehen, entscheiden wissenschaftlich belegt über das Gelingen deines Tages. Hier ist bedingt durch den Schlaf die meiste Energie die sich freisetzt und wir haben die Möglichkeit, einen Großteil unserer Arbeit während dieser Zeit zu erledigen. Deshalb sind mir Routinen wichtig, die sich selbstverständlich einbauen lassen ohne viel Initialaufwand und einfach umzusetzen sind.

Wenn ihr eine Routine neu entwickeln möchtet, dann gibt es einen simplen Trick, der "nur" Durchhaltevermögen braucht: 30 Tage durchziehen - ohne Ausnahme und wenn und aber. Danach übernimmt man ohne darüber nachzudenken diese Routine automatisch in den eigenen Ablauf wie morgens die Zähne zu putzen.

Hier nun meine persönlichen Morgenroutinen:



1. Jeden Tag mein Bett machen

Es klingt simpel und das ist es auch. Seit ich in einem Management-Buch gelesen habe, welchen Effekt das Betten machen hat, bin ich konsequent. Jeden Morgen wird das Bett gemacht und dabei lege ich wert darauf, dass es wirklich schön aussieht. Samt Tagesdecke und Kissen herrichten. Klingt spießig? Mitnichten! Denn das Betten machen darf als Selbstachtung verstanden werden.

Selbst wenn ein Tag mal nicht so gelaufen ist, wie man geplant hat, findet man am Ende ein ordentlich gemachtes Bett vor und wenn man das Gefühl hat, gar nichts "geschafft" hat, das Bett am Morgen hat man ordentlich hinterlassen und kann es nun trostspendend aufsuchen. Was sich simpel anhört, habe ich ausprobiert und es stimmt wirklich. Wer möchte nach einem wirklich produktiven und guten Tag in ein aufgewühltes Bett steigen?


2. Stressige Tage vorbereitet starten



Je aufgeräumter dein Schlafzimmer, desto besser kann der Geist in den Tag starten. Je weniger Entscheidungen man morgens treffen muss, desto besser startet man nachweislich in den Tag. Vor wichtigen Tagen lege ich mir daher am Abend vorher auch mein Outfit raus und die gepackte Tasche erspart mir morgendliches Kramen und Suchen.

Marc Zuckerberg, der seit Jahren das gleiche Shirt und Jeans trägt hat's genauso vorgemacht wie Steve Jobs mit Rollkragenpullover und Turnschuhen. Wer die extreme Form zu eintönig findet, kann aber durch die Vorbereitung am Abend morgens viel Zeit für Wichtiges sparen.

Wer wichtige Tage vor sich hat, kann diese abendliche Vorbereitung auch noch optimieren und mehr Bestandteile des kommenden Tages bereits vorbereitet haben. Das minimiert Stress und gibt Freiraum für den Blick auf's Wesentliche ohne lästiges Suchen und Kramen am Morgen.


3. Zitronenwasser trinken



Seit einigen Monaten habe ich mir dieses Ritual angewöhnt. Bevor ich irgendwas Anderes mache (auch das Bett), gibt's einen halben Liter Zitronenwasser - 30 Minuten vor dem Frühstück. Kein Kaffee, kein Tee für mich, sondern erstmal der gesunde Kickstart. Zubereitung

  • Zitrone mit der flachen Hand und etwas Druck auf der Arbeitsplatte rollen, um sie optimal zu entsaften. Dann halbieren und auspressen.

  • 500ml lauwarmes Wasser in ein ausreichend großes Glas füllen. Es sollte ungefähr der Körpertemperatur entsprechen, um dem Körper für das Aufwärmen oder Abkühlen der Flüssigkeit keine Energie zu entziehen.

  • Eine Prise Himalaya Salz dazugeben

  • Gut verrühren und dann genießen.


Dieses Ritual ist für mich deshalb so wichtig, weil es so viele positive Effekte auf einmal vereint und dabei minimale Vorbereitung braucht. Zitronenwasser ist ein wahres Wundermittelchen, denn es wirkt basisch im Körper, hemmt Entzündungen, dämpft den Hunger, fördert die Verdauung, hydriert nach dem Schlaf, spendet einen Energiekick dank Vitamin C, stärkt das Immunsystem, reinigt die Nieren, schützt die Gelenke, heilt die Schleimhäute und entgiftet. Das kleine Wundergetränk vermisse ich mittlerweile schon, wenn ich mal Zitronen vergessen habe zu kaufen - daher ein klarer Tipp für faule Menschen, denn mit wenig Mitteln und geringem Einsatz hat man hier wirklich in wenigen Minuten viel für die Gesundheit und das Wohlbefinden getan!


4. Kaltduscher starten energetisch in den Tag


Wer morgens ohnehin duscht, kann durch eine kleine neue Handbewegung einen Kickstarter in den Tag bekommen. Es gibt erstaunliche Videos von Menschen, die 30 Tage komplett kalt duschen und sich wie neugeboren fühlen, doch so radikal muss man gar nicht sein. Die letzten Minuten beim Duschen das Wasser schrittweise kühler zu drehen, bringt's schon, Wechselduschen verstärken den Effekt: Dein Immunsystem wird gestärkt, du unterstützt die Fettverbrennung, Haut und Haare werden schöner, deine Duchblutung wird gestärkt und nicht zuletzt hat man nachweisen können, dass die kleine Veränderung der Temperatur sich auf das Wohlbefinden auswirkt. Stress und Depressionen können dadurch gemindert werden. Kalte Duschen verursachen einen Adrenalinschub. Kaltes Wasser stimuliert die Kälterezeptoren auf der Haut, sodass eine Menge elektrischer Impulse von den peripheren Nervenenden Richtung Gehirn gesendet werden. Dies erzeugt eine antidepressive Wirkung und steigert die Stimmung.


5. Während der Morgenroutine inspirieren lassen - hören, hören, hören


Ich habe es mir angewöhnt in Zeiten, die ich mit Morgenroutinen wie Körperpflege verbringe, parallel zu nutzen um Neues zu lernen. Daher läuft bei mir während des Duschens ein Podcast, beim Zähneputzen oder Frühstück vorbereiten höre ich ein Hörbuch. Für mich ist es mittlerweile selbstverständlich geworden, einen großen Teil meines Wissens aus Zuhören zu ziehen und währenddessen Alltagsaufgaben nachzugehen. Typisch fauler Mensch eben - Dinge miteinander verbinden und dadurch Zeit sparen. Aktuell lausche ich Plan W und den Female Leadership Podcast um mir neue Impulse zu holen, bin aber auch ein großer Fan von Podcasts, die nichts mit meiner Arbeit zu tun haben und einfach nur unterhaltsam sind. Die Welt der Podcasts ist noch recht neu für mich. Wer mich selbst im Podcast hören möchte, hat bei Weltwach dazu die Gelegenheit, dort erzähle ich meine Geschichte in Nepal 2015 vor, während und nach dem Jahrhunderterdbeben.

Auch Hörbücher sind seit vielen Jahren meine Leidenschaft, meinen Audible Account habe ich schon seit einigen Jahren und aktuell 154 Hörbücher in meiner Bibliothek, gut 95% davon habe ich einmal gehört, einige auch schon mehrmals wie Eckhardt Tolle "Jetzt - Die Kraft der Gegenwart" , das mich in Sachen Achtsamkeit und Wachstum immer wieder neu bereichert. Im Schnitt höre ich zwischen 70-100h im Monat Audible sagt meine Statistik. Das kompensiert mein sehr faules Leseverhalten und ist mittlerweile eine nicht mehr wegzudenkende Routine meines Lebens geworden.



So, das waren meine aktuellen Morgenroutinen, ich freue mich über jede, die dazu kommt ohne sich schwer anzufühlen. Meditation, körperliche Übungen und früheres Aufstehen möchte ich gerne noch einziehen lassen in mein Leben. Liebevoll zu mir selbst zu sein und mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, darin perfekt zu werden, ist mir wichtig.


Welche Morgenroutinen pflegst du? Schreib mir gerne in die Kommentare! Ich freue mich auch über dein Feedback, wenn dir eine Routine gefallen hat und du sie in dein Leben integrierst.


Bis dahin - werde, wer du bist!


Ann-Carolin




TATSINN ist ganzheitliche Begleitung & Consulting für Mensch & Unternehmen. Perspektivwechsel und Entscheidungshilfe. In Berlin & weltweit per Skype mit der Potentialentwicklerin Ann-Carolin Helmreich.

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